Im Herzen immer ein Cowgirl geblieben!

Wieder zuhause… haha, eigentlich schon eine gedehnte Weile. Was soll ich jetzt schreiben? Mich schon wieder entschuldigen? Bringt doch nichts! So bin ich nunmal und basta.

Was ist inzwischen alles passiert? Erstens bin ich noch lange nicht mit dem berichten von unsere Abenteuerreise fertig. Heute nur mal so schnell eine Kurzfassung;

Als wir quasi unterwegs Richtung Nord Arizona waren, sprich Sedona, Flagstaff und Grand Canyon, schlug das Wetter gewaltig um. Schneestürme waren angesagt und wir waren uns sofort einig, umdrehen und zurück Richtung Süden. Auch die Olle Hex war erleichtert!

Wir steuerten noch einige wunderschönen Plätze an und hatten noch ein paar Tage erträgliches Wetter.

Auch anders als ursprünglich geplant, sind wir so weit wir konnten, den Südstaaten entlang zurück gefahren.

New Mexico, Texas, Oklahoma, Arkansas, Tennessee, dann hoch über Kentucky, Ohio, Michigan und nachhause.

Durch 14 US Staaten und ca. 10.000 – 11.000 Km. Genau weiß der Kuckuck… Tachometer steht noch auf gleicher Zahl wie beim Kauf vor zwei Jahren 😉 …

Unterwegs erwähnte John Nashville, und wie toll es wäre uns dort mal umzuschauen. Er musste nicht betteln, denn Nashville war auch schon seit langen mein Traum.

Er wollte mich dort zum Valentinstag ausführen. Und so geschah es; pünktlich am Nachmittag sind wir in der legendären „Country and Western Music City” angekommen. Da wir abends ein wenig feiern wollten, verbrachten wir eine Nacht im Hotel. 

Erst sind wir in einem Saloon gelandet… nein, nicht mit echten Schwingtüren, Holzboden und Kerosinlampen von der Decke hängend… auch begrüßte uns kein Duft von Zigarren, Schnaps und Schießpulver … ist eben der Zeit angepasst, ziemlich modern. 

Trotzdem war es sehr schön, gemütlich und konnten leckere Spareribs genießen. Eine Liveband spielte die passende Musik und auf der Tanzfläche wiegten sich die (falschen) Cowboys und Cowgirls. Trotzdem fand ich es toll, wie selbstbewusst und stolz sie ihre offensichtlich Lieblingskleidung und Stiefel trugen. (Irgendwie so wie das Dirndl in Bayern selbstverständlich ist).

Schon oft erzählte ich John von mein Kind- und -Jugend Leben auf der Farm in Paraguay.  

Als dann ein typischer Tanz so mit imaginären Lasso werfen und viel  „Yeehaa“ getanzt wurde, meinte John zu mir; „im Vergleich von all den Frauen die hier als Cowgirls angezogen sind, bist wahrscheinlich du die einzige Echte“.

Als wir dann das Lokal verließen um noch durch die Straßen zu ziehen, versuchte John ständig mich in einem Cowboy Stiefel Geschäft zu schieben. Ich währte mich, denn konnte mir diese harten, eng und spitzen Dinger an meinem empfindlichen Füßen einfach nicht vorstellen. 

Irgendwann gab ich auf und probierte mir tatsächlich so ein paar Stiefel an… haha… im Gegensatz all meiner Bedenken, sind die Dinger echt bequem. Ich habe mich total in den Stiefeln verliebt und John kaufte sie mir! Yeehaa!!!

Natürlich musste ich erstmal lernen wie die frisch gebackene Cowfrau die Dinger an und aus zieht… jaja, die haben keinen Reißverschluss! 

Neulich bin ich hier ausgegangen und John war in Aurora bei sich zuhause. Also musste ich irgendwie die Dinger auch wieder von den Füßen kriegen. Schließlich wollte ich nicht gestiefelt ins Bett. Da fand ich eine gute Lösung:

Auf den Couchtisch stehen und abziehen! Na geht doch! (Inzwischen hat mir John ein „Bootjack“ besorgt.)

Zurück zu Nashville.

Die Stadt hat was! Besonders bei Nacht.

Überall ist Musik zu hören. Jede Menge Bars, Geschäfte und einzigartige klein Museen. 

Maulesel mit Nagellack!

Das Leben auf der Straße ist bunt, ein wenig schräg und total auf Western und Country eingestellt. 

Für uns beiden hat sich ein weitere kleiner Traum erfüllt!

Von Nashville sind wir dann weiter hoch bis Cincinnati gefahren und besuchten Sonja und ihre Familie. Sehr schön sie alle wieder zu sehen.

Einen Abend haben wir die Familie zum Obdachlosen Haus begleitet. Nein, sie haben uns dort nicht abgeliefert… sie helfen schon seit ein paar Jahren ehrenamtlich bei der Essensausgabe einmal im Monat. Wir haben nur geholfen. 

Ungefähr 170 Obdachlose bekommen ein gutes Essen und anschließend essen auch die Helfer zusammen mit den etwas unterprivilegierten und durch nette Unterhaltung, erfährt man/frau, dass auch diese Menschen genauso Herz und Hirn haben, wie diejenigen die glücklicherweise einen Dach übern Kopf haben! Es war sehr beeindruckend und ich bin stolz, dass meine Tochter regelmäßig dort zusammen mit Mann und Kinder aushilft. 

Am nächsten Tag war Basketball vom Pumuckl sein Team angesagt, kleine Stadttour und essen. 

Am Sonntag, nach sechs Wochen und einen Tag unterwegs, sind wir dann zurück nach Canada.

So schön wie es auch war wieder zuhause zu sein… ich wäre am liebsten wieder in die Olle Hex gestiegen und mit John ins nächste Abenteuer getaucht!

Vielleicht hat das Fernweh dazu getragen, dass ich unmittelbar nach unsere Rückkehr krank wurde. Ich dachte erst eine Erkältung, es wurde auch besser, dann wieder schlimmer… bis ich zum Arzt bin. Wieder mal so eine starke Sinusitis. Hirnhöhlenentzündung… inzwischen nehme ich die vierte Woche Antibiotika.

Eigentlich nicht richtig krank, aber immer schlapp wenn ich morgens unausgeruht und mit starken Druck im Kopf aufstehe.

Inzwischen geht es mir wieder richtig gut, habe gelernt, dass das Nichtstun auch ordentlich geplant und ausgeführt werden muss.

Die Jahreszeit, so wie das lange Liegengebliebene, fordert im Moment unsere ganze Aufmerksamkeit und Arbeitskraft. Ich bin froh nicht mehr ganz allein zu sein. Man/frau wird nicht jünger und es ist einfach so schön ein wenig gehätschelt zu werden!

In diesem Sinne, viele liebe Grüße und alle weiteren Erlebnisse von Arizona und New Mexico folgen nach und nach. 

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4 thoughts on “Im Herzen immer ein Cowgirl geblieben!

  1. Yeehaaw, liebe Ella. Die Stiefel sehen richtig fesch aus. Ich habe seinerzeit aus unserer Zeit in Calgary auch noch Cowboystiefel herumstehen. Leider werden diese nur noch selten getragen, trennen kann ich mich aber auch nicht von ihnen, sind sie doch ein Teil meines Lebens in Kanada.

    Was für eine tolle Tour. Ich freue mich schon auf die nächsten Updates auf Deinem Blog. LG aus dem Black Forest, SonjaM

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  2. Herrlich, dein Bericht! Dein Couchtisch gefällt mir – multi purpose. Frau weiss sich eben zu helfen…
    Herzliche Grüsse aus dem Near North
    Anita

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  3. Da habt ihr ja mächtig viel erlebt und gesehen. unser Tour letztes Jahr war 3 Wochen und 5.400 km lang. bei euch also das Doppelte und das muss auch geistig mal erst verarbeitet werden und das braucht Zeit.
    Ich freue mich schon auf weitere Berichte und Fotos.

    Wir starten in 2 Wochen wieder in die Saison nur für 1 Woche aber immer hin – endlich “on the Road again”

    lg gabi

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