Es ist nicht immer nur wo, wie, was, das Wetter oder die Aussicht… nein, auf so eine Reise erlebt man/frau so vieles, oft kann man/frau hinterher nur den Kopf schütteln… so auch neulich bei uns.
Es kam zu einer unerwarteten süß-klebrigen Explosion in der Ollen Hex.
An einen ganz normalen Tag, wir führen los und es ging immer höher und dem entsprechend nahmen die Straßen an Kurven zu. Da passiert es schon des Öfteren, dass so manch ein Gegenstand umherfliegt, oder es öffnet sich eine Tür, etc. trotz vorheriger Abfahrtkontrolle.
Aber was soll ich sagen, schließlich sind wir auch nicht mehr die jüngsten und so geht das eine oder andere durch die Lappen.
An diesen Tag war es ein (schon geöffneter) Karton mit Cola Dosen… ja, das Ergebnis könnt ihr euch bestimmt schon bildlich vorstellen! Der Karton viel mit aller Wucht herunter, die Dosen aus dem Karton und weiter hin und her auf dem Boden. Es knallte, ratterte, zischte und die Cola spritzte aus unendliche Löcher in jeder Richtung!
Im Nachhinein ein irgendwie aufregendes Erlebnis und ich sollte das Patent für Kindergeburtstagsfeiern anmelden… wenn da nicht die Sauerei wäre!
Zum Glück hatten wir genügend Handtücher und Papiertücher an Bord und fanden tatsächlich später einen Übernachtungsplatz am Bach, in dem auch noch Wasser war.
Ja, und hier sitze ich am Bach und wasche das klebrige Süß aus den Tüchern!
Nach Tombstone, hatten wir eigentlich null Ahnung wo hin. Ich schlug vor durch den San Pedro Riparian National Conservation Area zu fahren, immerhin lag dieser direkt zwischen den Kartchner Höhlen, die sich John gerne von innen anschauen wollte, und unserer Nase. Außerdem neigte sich die Sonne und wir brauchten eine Übernachtungsstelle. Normalerweise, und jetzt da die O.H. wieder schnurrt, bleiben wir nur jede 3. oder 4. Nacht auf einen Campingplatz. So sind wir wieder richtig an Strom und Wasser angeschlossen, waschen Wäsche, entsorgen die angefüllten Tanks und stellen uns auch mal ganz gerne extrem verschwenderisch unter der Dusche des Platzes… immerhin sind die Gebühren extrem hoch hier. Was auch nicht so richtig in meinem angegrauten Kopf geht; Land und Platz gibt es hier ohne Ende, doch die Campingplätze extrem eng und ca. doppelt so teuer als bei uns. Nur die sogenannten Estate Parks sind einigermaßen billiger und auch sehr viel schöner vom Platz und Aufmachung.
Was es hier hingegen sehr viel gibt, ist das so genannte wilde Campen. Bei den Rangers in jeder Region gibt es spezielle Landkarten und sehr freundliche Beratung. Das aber auch erst wieder seit ein paar Tagen, seit der „Government Shutdown“ aufgehoben wurde.
Diese Plätze sind kostenlos und meistens sehr einsam gelegen, aber genau das was richtiges Campen ausmacht.
So auch an diesem jenen 23ten. standen wir irgendwo und doch nirgends, am späten Nachmittag um zu übernachten. Da hielt plötzlich ein alter Pickup und die Fahrerin erklärte uns, dass es keine gute Idee sei, es sei denn wir ziehen ein paar Meilen weiter rein. Wir kamen kurz ins Gespräch und schon lud sie uns auf Ihre „Ranch“ ein, um dort auf dem Hof zu übernachten.
Schnell packten wir unsere Sessel und Tisch ein und folgten der netten Dame.
Ja… was soll ich sagen… wir blieben zwei Nächte und durften eine Menge erleben. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine sogenannte „Tier Rettungsfarm“ handelte, die allein von dieser 65 jährige Sandy betrieben wurde. Die auch viel und gerne Schulklassen und Stadtkinder aufnahm, die dort unter sehr strenger Aufsicht helfen und lernen dürfen.
Hier unsere erste Nacht. Es war sehr kalt! Typische Wüstenwetter; sobald die Sonne untergeht, sinkt die Temperatur stündlich 3-4 Grad. Und tagsüber sind Shorts und T-Shirts angesagt.
Kurz nach Sonnenaufgang kamen schon die ersten wilden Truthähne und Rehe und erbettelten ihr Frühstück. Ja, wilde Tiere und Vögel folgen Sandy und wissen genau, dass sie es gut haben.
Sandy verfügt über ein immenses wissen was Natur, Fauna und Flora angeht. Sie war auch schon überall auf in der Welt und arbeitete mit den unterschiedlichsten Tieren.
Den Reptilien widmet sie aber ihr allergrößtes Interesse.
Ständig hatte sie was Neues um uns zu zeigen und erklären… und überhaupt… sind wir so gut wir garnicht zu Wort gekommen.
John machte sich nützlich und ich sonnte mich. Aber mit dem ausruhen war dann doch nix, Sandy hatte ständig was zum erzählen und zeigen.
Für mich allerdings, waren die Pferde das schönste Erlebnis. Gemeinsam sind wir zum Fluss und sobald freigelassen, lieferte uns die wunderschöne Mustang-Dame eine tolle Show.
Am zweiten morgen bekamen wir einen Reptilien Vortrag mit Live Betatschung.
Gila Monster
1… 2… 3 Corn Snakes… ein kalt- süßes Erlebnis!
Ja, wir hatten wirklich zwei tolle Tage auf der „Grey Hawk Ranch“!!!
“Grabstein” heist dieser Ort in Südost Arizona; “Tombstone, the town too tough to die”. Sicher habt ihr schon davon gehört, oder gar einen von ca. 10 unterschiedliche Western Filme über die Geschichte des Ortes angeschaut.
Sehr Interessant, ein wenig Touristisch, aber irgendwie ein tolles Gefühl dort zu sein. Sieht man/frau sich im Spiegel, erschreckt das unpassende Outfit für diesen Ort.
Das “Bird Gage Theater” ist das einzige Gebäude, dass noch total original und unverändert, bis heute steht.
Natürlich mit Saloon und Originale Einschusslöcher von der damaligen Zeit. Besonders das große Gemälde der Fatima (die in den 1870+ Iger regelmäßig auftritt), zeugt dass im Suff, neun mal auf ihr Bild geschossen wurde.
Selbstverständlich mit “Men Section”! Jaaa… die armen Männer brauchten auch ihren Spaß!
(Auch Bordellos gibt es heute noch) wie im richtigem Leben eben!
Ja ich habe mich richtig in der alten Zeit versetzt gefühlt. Und das nicht erst als ich diesen alten Oxenkarren sah… ja, John staunte, als ich ihm erzählte, dass ich mit genau so einem Karren, Bananen zum örtlichen Tante-Emma-Laden als Teenager fuhr.
Hier im Ort drehte sich im Grunde alles um Silber. Riesen Silbermienen und Geld ohne Ende, das hat so manchen jungen Man das Leben gekostet.
1881 war das Berühmte “Gunfight” im OK Corral. (Mmmmm… erinnert mich auch irgendwie an Zuhause…)
Wir mussten schmunzeln, denn heute ist es ein Souvenirladen und neben Eingang hängt ein Schild; Keine Waffen oder Tiere erlaubt!
…und wer nicht gerade mit Silber sein Geld verdiente, wurde als Leichenbestatter auch sehr reich!
Ich hoffe, ich habe euch eine kleine Freude mit Bild und Bericht gemacht. Bleibt dran, die Reise ist noch nicht zu Ende! Eigentlich sind es genau 3 Wochen und ca. drei Wochen bleiben uns noch.
Wenn ich richtig bin, dann sind wir Samstag und Sonntag durchs Apachen Land und immer der Wärme suchend, Richtung Süden in der Tucson Umgebung weiter gefahren.
Der Ollen Hex, scheint es endlich wieder gut zu gehen… kein Wunder auch, nachdem 7 Mechaniker an sie herumgedoktert haben…
Außer Berge, Kakteen, Felsen, Wüste und einen Fluß, in dem auch mal zur Abwechslung Wasser floß, war eigentlich nicht viel Sehenswertes auf dem Weg. Nur Sonnenschein und 26 Grad haben uns erwartet. Herrlich!
Ach doch noch… Orangenbäume und meinen Lieblingsbaum; Eukalyptus!
Außerhalb von Tucson fanden wir wieder einen schönen Campingplatz auf BML Land. In anderen Worten; Wild campen. Dort blieben wie zwei Nächte und konnten auch wunderbar den tollen Vollmond beobachten.
Einen ganz tollen Hike erlebten wir durch den Tucson Mountain County Park.
Schaut euch die Bilder an habt einen schönen Tag!
Ich melde mich wieder mit neuem Bericht und sende Euch ganz liebe Grüße!
Ganz schön hinke ich hinterher mit dem bloggen. Was soll ich sagen, außer dass ich einfach nicht so richtig Lust hatte.
Nachdem acht mal hintereinander die Olle Hex sich weigerte morgens anzuspringen, scheint das Problem endlich gelöst zu sein… obwohl, gestern musste ein zweiter Reifen ausgetauscht werden. Alle vier wurden vor der Tour gescheckt; top Hersteller, super Profil, kaum gebraucht aber leider sehr alt. Mit dem Unterschied, dass wir es frühzeitig gemerkt haben und noch gut zum Reifenhändler fahren konnten.
Bei einem Video Gespräch, empfahl mir mein Bruder heute, zwei Pferde zu kaufen und diese vor der Ollen Hex zu spannen… mmmm, warum eigentlich nicht? haha
Also, nachdem die Zicke (habe ich jetzt Zicke geschrieben?) endlich wieder richtig funktionierte, haben wir uns entschieden, trotzdem nicht zu weit weg vom letzten Mechaniker zu campen.
und wir blieben zwei Nächte am schönen T. Roosevelt See, auf einen „wilden“ Campingplatz. Wir gehen sehr viel auf solchen Übernachtungsmöglichkeiten, sie sind kostenlos und wir kommen sehr gut 2 – 3 Tage ohne Strom aus. Die Olle Hex ist sehr gut ausgestattet mit Toilette, Gasherd, Heizung, Batterie, etc.
Ganz links steht unser Prachtstück!
Am gleichen See sahen und bestaunten wir den Damm und Brücke bevor wir weiter Richtung Süden, ins Apachen Land zogen.